Brief

Von Karl Ludwig von Knebel (8. Mai 1814)

Dank für den diesen Morgen erhaltenen 3. Teil von "Dichtung und Wahrheit"; die Reime vor und wider den Hof (im 15. Buch) hätten ihn wunderbar ergötzt. - K. habe jetzt eine grosse Freundschaft und Verwandtschaft mit dem guten Michel Montaigne errichtet; über das Kapitel, Sur la Presomption in den "Essais"; erwähnt: E. de La Boétie und M. Le Jars de Gournay. - Zu einem Besuch A. von Goethes; K. habe bei August eine richtige und sichere Basis des Verstandes und Gemüthes gefunden. - Von seinem Sohn Karl habe K. kürzlich gute Briefe erhalten; über dessen Befinden. - Vorgestern seien die beiden Fürstinnen Weimars (Luise und Maria Pawlowna) in Jena gewesen. - A. Vulpius werde diesen Mittag bei K. speisen. Beifall zur Anstellung M. Färbers bei der Bibliothek; erwähnt: dessen verstorbener Bruder D. Färber. - Hoffnung auf einen Besuch G.s. K. komme sich wie die alten Fichten auf dem Gickelhahn vor; Hoch wachsen sie nicht, wie auch schon Dein Motto sagt [...]. - Empfehlung von K.s Frau.

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