Brief

Von Heinrich Karl Friedrich Peucer (26. April 1814)

P. behellige G. erneut mit etwas Dramatischem (? "Überraschungen"). Über die Möglichkeit, das Stück zum Geburtstag des Prinzen Bernhard (30. May) oder bei der Rückkunft der Freywilligen in vier Wochen aufzuführen. P. wolle gerne etwas recht Nationales und Vaterländisches geben, sehe aber auch die Gefahr, daß ein Stück, das in Wien und Berlin, in Paris und London mit Enthusiasmus aufgenommen würde, in einer kleinen Hauptstadt an der Enge der Verhältnisse scheitern könne. G. möge daher das Stück lesen, Veränderungen vorschlagen oder selbst mit seiner Feder einige Striche und Züge hinein thun. - P. habe vergeblich versucht, F. W. Riemer das Stück zuvor zu zeigen. - Über P.s Drang, für das Theater zu schreiben. Es ist kein Actenstück so trocken und stupid, das eine erwachte Neigung zur Thätigkeit für die Bühne ersticken könnte. Die beiden Stücke, deren Gerippe P. bereits mit sich herumtrage, müßten bis zum Winter auf Bearbeitung warten: Gutta cavat lapidem, non vi, sed saepe cavendo (Ovid "Epistulae ex Ponto" IV, 10,5).

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