Brief

Von Christian Gottlob Voigt (4. Dezember 1797)

V. übersendet seine Reflexionen über die Gutachten zur Ausbildung der künftigen Theologen (vgl. RA 2, Nr. 1037) und legt G.s eigenes schönes Blatt (Bezugsbrief) wieder bei. Erörterung des von Herder vorgetragenen Gedankens, die künftigen Theologen durch die Verlängerung der Schulzeit um ein Jahr und die Ersparnis des ersten philosophischen Studienjahres vor der kritischen Philosophie zu schützen. Alles wird, soviel die Philosophie betrifft, auf das Glück in der Wahl eines Lehrers an kommen. Den Zweck möge er nicht in die Abkürzung der Studienzeit legen, und der Abbruch der kritischen Philosophie werde auch nicht erreicht werden. V. verweist auf die bereits in den Literaturbriefen (? Lessings "Briefe die neueste Literatur betreffend", Berlin und Stettin 1759-1765) enthaltene Geringschätzung der Akademie und bezweifelt, daß das künftige academische Gymnasium den gestellten Anforderungen gerecht werden könnte. Zustimmung zu G.s Auffassung, daß der Plan, nur sehr behutsam gefaßt, an die Stände kommen dürfe, und zu Herders Vorschlägen zur Wiederbesetzung der in Eisenach und Weimar vakanten theologischen Stellen.

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