Tagebucheintrag
Tagebuch 1780/1781, 1. Mai 1780
Brachte des Prinzen und Kn. Sache in Ordnung. War ♃ sehr verlegen über einen zur Unzeit abgeschickten Botenzu ♀. Hatt ich gute Blicke in Geschäfften. Geht das alltägliche ruhig und rein. War das Theater fertig. Kalliste probirt auchBately. ist Kall. ein schlecht stück und Bat schlecht komponirt, esunterhält mich doch. das Theater ist eins von denen wenigenDingen an denen ich noch Kinder und Künstler Freude habe.
Händels Messias ward offt probirt, gab mir neue ideen vonDeklamation. Lies mir von Aulhorn die Tanzterminologie erklären. War im Jägerhaus und lies alles völlig zu rechte machenden Prinzen auf künftigen Winter zu logiren. Ging Fritsch weg. Verzogen sich einige Hypochondrischen Gespenster. Es offenbaaren sich mir neue Geheimnisse. Es wird mit mir noch buntgehn. Ich übe mich und bereite das möglichste. In meinem iezzigenKreis hab ich wenig, fast gar keine Hinderung ausser mir.In mir noch viele. Die Menschlichen Gebrechen sind rechteBandwürmer man reist wohl einmal ein Stück los und der Stock bleibt immer sizzen. Ich will doch herr werden. Niemand als wersich ganz verläugnet ist werth zu herrschen, und kan herrschen.
Bracht ich Lavaters Albrecht Dürers in Ordnung. Rückte wiederan der Kr. Komm Repositur. Hab ich das doch in anderthalbJahren nicht können zu stand bringen! es wird doch! Und ich wills so sauber schaffen als wenns die Tauben gelesen hätten.Freilich es ist des Zeugs zu viel von allen Seiten, und der Gehilfen wenige. Brief von Bäty! das ist mein fast einziger lieberSohn an dem ich Wohlgefallen habe, so lang ich lebe solls ihmweder fehlen an nassem noch trocknem. Für Krafft ists schade er sieht die Mängel gut, und weis selbst nicht eine Warze wegzunehmen.Wenn er ein Amt hätte würf er alles mit dem bestenVorsaz durcheinander, daher auch seine Schicksaale ich will ihnauch nicht verlassen, er nüzt mir doch, und ist würckl. ein edlerMensch. In der Nähe ists unangenehm so einen Nagewurm zu haben der, untätig einem immer vorjammert was nicht ist wie esseyn sollte. Bey Gott es ist kein Canzellist der nicht in einerviertelstunde mehr gescheuts reden kan als ich in einem vierteljahrGott weis in zehn iahren thun kann. dafür weis ich auchwas sie alle nicht wissen und thu was sie alle nicht wissen, oder auch wissen. Ich fühle nach und nach ein allgemeines Zutrauenund Gebe Gott dass ichs verdienen möge, nicht wies leicht ist, sondern wie ichs wünsche. Was ich trage an mir und andernsieht kein Mensch. Das beste ist die tiefe Stille in der ich gegendie Welt lebe und wachse, und gewinne was sie mir mit Feuerund Schwert nicht nehmen können. | War ein Musikus da der aufdem Contrebass sehr singend spielte
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- Albrecht Dürer
- Aulhorn, Johann Adam
- Batty, George
- Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach
- Cramer, Karl Friedrich
- Fritsch, Jacob Friedrich von
- Händel, Georg Friedrich
- Herder, Johann Gottfried von
- Jennens, Charles
- Krafft, Johann Friedrich
- Lavater, Johann Caspar
- Sachsen-Weimar und Eisenach, Friedrich Ferdinand Konstantin Prinz von
- Seckendorff, Carl Friedrich Sigmund von
- Weimar
- Werthern auf Neunheiligen (Werthern-Beichlingen), Johanna Luise Gräfin von geb. vom und zum Stein
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