Brief

Von Karl Ludwig von Knebel (5. November 1816)

K. schicke ein Blatt (Farbentafel), das J. S. C. Schweigger kürzlich für G. zurückgelassen habe. Die dazugehörige Schrift (J. Sowerby "A New Elucidation of Colours") solle die gleiche Ansicht wie G.s "Farbenlehre" enthalten. - Die Nachricht, daß G. mit Gichtzufällen behaftet sei, bekümmere K. - Schweigger habe auch poetische Neuigkeiten aus England mitgebracht, von denen K. Nachricht ertheilen oder die er G. schicken könne. Lord Byron sei ein gewaltiger Mann, und in seinen Gedichten herrsche die Leidenschaft fast noch mehr als die Phantasie; erwähnt: eine zärtlich geliebte Frau (? Byrons Ehefrau). - Von der Appellation (dem neuen Appellationsgericht) sehe K. weniges - oder eigentlich gar nichts. - Über A. Bran, der sein Journal "Minerva" (vgl. Ruppert 308) und "Miszellen" (vgl. Ruppert 312) jezt selbst hier drucken wolle und immer die neuesten Nachrichten und Schriften vom Auslande erhalte; er leide auch sehr an der Gicht und wolle heiraten (R. Blancke), um sich und seinen Kindern eine Pflegerin zu verschaffen. - Jedermann spreche mit Entzücken von G.s "Italienischer Reise".

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