Brief
Von Johann Georg Schlosser (28. Dezember 1793)
S. danke G. für seine Sorgfalt und sei äuserst begierig, G.s optischen Untersuchungen nach zu arbeiten. Leider verbittere der Krieg ihm die ruhigen Stunden des Nachdenkens und des Studirens. Als er G.s beyden Briefe erhalten habe, habe S. noch wenig Sorgen um seine Familie und die Weltbegebenheiten gehegt, doch nun habe der 80 Jährige Wurmser (Feldmarschall Wurmser, durch seine Niederlage am 26. Dezember 1793 bei Weißenburg) alles schlimmer gemacht. Später werde S. offt u viel mit G. leben, und was sein alter Kopf noch fassen und beurtheilen könne, solle G. hören. Mit G.s erstem Brief sei irrtümlich die Reductions Tabelle des [...] franz. Calenders mitgeschickt worden. Sobald die Teufels Nachbarn (Franzosen) Ruhe geben, wolle S. in seinem artigen Stübchen experimentieren. S. bedauert, daß G. seine älteste Tochter Luise, ein hübsches derbes, u braves Mädchen, nicht kenne.
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