Brief
Von Johann Friedrich Heinrich Schlosser (13. Dezember 1813)
Sein Bruder (Christian) habe schon ihre Freude über G.s Brief vom 29. November zum Ausdruck gebracht (vgl. RA 6, Nr. 796). S. übermittle selbst seinen Dank, indem er die sich mit Erbprinzessin Maria Pawlowna bietende Gelegenheit wahrnehme. - Das von G. geschilderte Erstaunen über das Überleben nach so großen Weltereignissen werde von ihnen allen geteilt. Es verbinde sich zunächst hiermit eine Art von Betäubung; diese werde aber größerer Klarheit weichen, wenn auch hier nach dem sich entfernenden Getümmel der Hauptquartiere der Aufruf zum großen Werke der Befreiung des Vaterlandes und zu thätigem Mitwirken ergehen werde. Gedanken und Wünsche zur Zukunft der Stadt Frankfurt; es dürfe keine dem Anschluss an das Vaterländische Gesamtwesen entgegengesetzte Isolierung der Stadt geben. - Die liebevollen Äusserungen G.s über die jungen deutschen Künstler in Rom (u.a. P. Cornelius und F. Overbeck) habe wohl sein Bruder bereits beantwortet. - Alle erwarten freudig den 3. Teil von "Dichtung und Wahrheit". - Wie sie hören, habe auch G.s Sohn sich zu den vaterländischen Fahnen gestellt. Wunsch, ihn wieder einmal in ihrem Hause willkommen zu heißen. Gegenwärtig wohne bei ihnen Graf F. Stolbergs dritter Sohn (Christian), ein junger Mann von noch nicht 18 Jahren, als preussischer eben eingetrettener Volontaire. - Empfehlungen seiner Familie an G. und die Seinen.
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