Brief

Von Johann Valentin Adrian (10. Februar 1823)

Dank für G.s Zuschrift. Darlegung seines Lebenslaufs mit Aufenthalten in Aschaffenburg, Würzburg, Rödelheim, Italien und der französischen Schweiz. A. habe 1820 aufgrund der Bekanntschaft mit Graf G. E. L. Wintzingerode die Erziehung von dessen zwei Enkeln (den Grafen F. L. und J. Wintzingerode) übernommen. Als Fremder lehne er eine Anstellung in Württemberg ab, die durch den Einfluss der Grafen G. E. L. und H. L. Wintzingerode möglich sei. In seinem Vaterlande Aschaffenburg habe er keine Aussichten. Die Bekannten A.s in Gießen (u. a. J. Hillebrand und F. J. Arens) hätten sich für eine doppelte Stelle als Lehrer am Gymnasium und Professor an der Universität verwendet. Bitte, A. nicht diejenige Theilnahme zu versagen, welche G. für zweckmäßig und geeignet halte. Literarisch beschäftige sich A. mit der Geschichte der Priesterinnen der Römer und Deutschen, angeregt durch A. Heeren und F. Creuzer (vgl. A. Böckhs Rezension von A.s "Die Priesterinnen der Griechen", in: "Heidelberger Jahrbücher" 1823, Nr. 33). Er schreibe für die Institute J. F. von Cottas (u. a. im MBl). Nach Ostern sei er mit seinem Zögling einige Monate in Frankreich. Falls G. in A.s Ausführungen etwas übergangen oder lückenhaft finde, werde es A. näher bezeichnen. - Grüße von S. Boisserée und T. Huber.

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