Brief
Von Friedrich Schiller (18. Juni 1797)
S. beschäftige sich mit der Überarbeitung der von W. E. F. von Wolzogen besorgten Übersetzung von V. Carloix' "Mémoires de la vie de François de Scepeaux Sire de Vieilleville et Comte de Duretal" (Paris 1757). Durch G. F. P. de Saint-Foix' "Essais historiques sur Paris" (Band 1, London 1759) angeregt, habe er ein Nachstück zum Taucher ("Der Handschuh", in: "Musenalmanach" für 1798) gedichtet und sei bezüglich seiner poetischen Thätigkeit optimistisch. - Die Entscheidung G.s, ob er weiter als in die Schweiz reisen wolle, sei auch für S. bedeutungsvoll, denn G.s lebendige Gegenwart habe auf S.s Arbeit wohltätigen Einfluß. Vor allem gewöhne ihm G. immer mehr die Tendenz ab [...] vom allgemeinen zum individuellen zu gehen, und führe ihn umgekehrt von einzelnen Fällen zu großen Gesetzen fort. - Von W. von Humboldt habe S. noch keine Nachricht. Der von C. G. Körner angekündigte Besuch von F. C. L. von Senfft von Pilsach (vgl. RA 2, Nr. 801) werde nicht stattfinden. - Bitte um den Chor aus G.s "Prometheus"-Drama.
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