Brief
An Friedrich Gottlieb Klopstock (Mai)
Weimar, den 21. März 76.
Verschonen Sie nur künftig mit solchen Briefen, liebster Klopstock. Sie helfen Nichts und machen uns immer ein Paar böse Stunden. Sie fühlen selbst, daß ich darauf Nichts zu antworten habe. Entweder ich muß als Schulknabe ein Pater peccavi anstimmen, oder sophistisch entschuldigen, oder als ein ehrlicher Kerl vertheidigen und käme vielleicht in der Wahrheit ein Gemisch von allen Dreien heraus und wozu? Also kein Wort mehr zwischen uns über diese Sache. Glauben Sie mir, daß mir kein Augenblick meiner Exsistenz über bliebe, wenn ich auf alle solche Briefe, auf all solche Anmahnungen antworten sollte. Dem Herzog that es einen Augenblick weh, daß es von Klopstock wäre. Er liebt und ehrt Sie, von mir wissen Sie eben das. Leben Sie wohl. Stollberg soll immer kommen. Wir sind nicht schlimmer und will es Gott besser, als er uns selbst gesehen hat.
G.
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