Brief

Von Johann Heinrich Meyer (7. Mai 1794)

In der Dresdner Gemäldegalerie finde M. nur wenige Werke, die zur Innenausstattung des Römischen Hauses in Weimar geeignet seien. Das Gemälde "Genius des Ruhmes" von Annibale Carracci, von dem M. eine kleine Skizze beilege, sei zwar gut ausgeführt, aber von einem rohen unangenehmen Colorit und nach einem anticken Faun gezeichnet. Verweis auf Tizians "Venus mit dem Lautenspieler". Auch sei es fragwürdig, ob die Gemälde "Semiramis" von G. Reni und Guercino dazu paßten. Lobpreisung der "Sixtinischen Madonna" von Raffael, der "Magdalena" von A. Correggio, "Sankt Rochus" von Carraci und "Ludovico Sforza il Moro" von Leonardo da Vinci (eigentlich: H. Holbeins d. J. Bildnis des Morette).- Aufgrund begrenzter Öffnungszeiten der Galerie sei es M. nur schwermöglich, ein betrachtliches Bild in Öl zu malen. - Kritik an der Aufführung von Mozarts "Zauberflöte" in Dresden im Vergleich zur Weimarer Inszenierung.

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