Brief
Von Johann Friedrich Gottlieb Unger (29. November 1794)
Die Bögen E, F, G, H und I von "Wilhelm Meisters Lehrjahren", die er bereits vor langer Zeit an G. gesandt habe, seien offenbar verloren gegangen. U. sende deshalb neue Exemplare und zugleich den Bogen P. Frage, ob der 1. Band des Romans ohne Vorrede G.s erscheinen solle. Bitte um das Manuskript des 3. Buches für den 2. Band, den U. zu Ostern drucken wolle. Auf G.s Befehl hin werde U. die Noten der von J. F. Reichardt komponierten Lieder des Harfners dem Druck des Romans beifügen, Reichardt jedoch nicht im Titel erwähnen. - Über die schwierige Lage, in der sie Reichardt befinde, nachdem ihm König Friedrich Wilhelm II. von Preußen sein ganzes Gehalt gestrichen habe. Reichardt sei durch mancherlei angesehene Männer beim König beschuldigt worden, in Hamburg jakobinische Grundsätze geäußert zu haben. U. hoffe, daß sich Reichardt vor dem König, der ihn bis jetzt noch nicht empfangen habe, persönlich rechtfertigen könne.
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