Brief

Von Karl Ludwig von Knebel (27. Juni 1822)

Dank für das Andenken ("Zur Naturwissenschaft überhaupt, besonders zur Morphologie" I 4), das G. bei seiner Abreise (nach Marienbad) zurückgelassen habe. Die tiefen Blicke in Natur und Wissenschaft hätten K. mächtig gerührt. - Vermutung, daß G. unter guter Witterung in Marienbad angekommen sei; dabei erwähnt: K.s Familie. Über die Rückkehr der Großherzogin Luise aus Dornburg sowie des Erbgroßherzogs Karl Friedrich und der Erbgroßherzogin Maria Pawlowna aus St. Petersburg. Alle befänden sich ungemein wohl; auch C. von Stein hat sich um vieles gebessert. Gewiß sei G. den ganzen vorigen Winter von einem guten Geist beschützt worden, da er so herrliche Werke habe an's Licht fördern können (u. a. "Campagne in Frankreich"). - Den Sylla von E. de Jouy habe K. mit Theilnahme gelesen. - Ausführlich über Lukrez' Verhältnis zu Memmius, dessen Charakter gleich Anfangs in Lukrez' "De rerum natura" als schwankend vorgestellt werde. - Zitat nach Cicero cura ut valeas (aus: "Epistulae ad familiares").

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