Brief
Carl August Herzog von Sachsen-Weimar und Eisenach an Jacob Friedrich von Fritsch (8. Oktober 1779)
Bern. dℓ. 8ten 8br 1779.
Ihren brief Herr Geheime Rath, habe ich im Abreisen von Basel erhalten. Es freut mich daß Sie, u. die Ihrigen wohl sind. Was das Hauptmannische Haus anbetrift kan ich weiter gar nichts sagen, als da die Sache so weit gediehen ist, so müßen wir das einmahl angefangene souteniren; Was Sie dieserhalben verfügt, ist dünckt mich sehr wohl gethan, fahren Sie fort, u. laßen biß zu meiner Rückunft von Sonnabend zu Sonnabend daß was die woche gemacht ist worden nach geschehener Attestirung des bau controlleurs von der Cammer bezahlen. Ein wahres Elend ists das auch dieses wie vieles geht, daß sich auf das avancirte zu verlaßen nicht ist, u. der bau controll: mit seinen Anschlag so vorbeygeschoßen hat. Einem tüchtigen baumeister sollte so etwas nicht geschehn. Die armuth der Cammer ist mir sehr zuwieder, u. die Ursache warum unbegreifℓ. u. nicht wissend; keine Auserordentℓ. Ausgaben sind in diesen Jahre nicht vorgefallen, wenn Sie mir einige Erlaüterung darüber geben könten wäre es mir sehr lieb. Wenn es irgend einige Möglichkeit ist wünschte ich sehr daß sich die Cammer die schande ersparte mit unrichtigkeit der besoldungs Auszahlungen den An fang zu machen. Warum es nicht möglich ist, weiß ich nicht. Wir gehn diesen Nach mittag von hier ab, um die großen Schnee u. Eisberge zu sehn. Leben Sie indeßen wohl, Herr Geheime Rath, u. dencken zuzeiten an die Reisenden.
C. A. HzS
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