Tagebucheintrag

Reisetagebuch Italien 1786, 2. Oktober 1786

d. 2: Oktbr. Abends Eh ich zur Oper gehe ein Wort. p. 569. St Giorgio ein schönes Andenken von Palladio ob ergleich da nicht sowohl seinem Geiste als dem Geiste des Ortsnachgesehn. p. 566. Carita. Ich fand in des Palladio Wercken daß er hier einGebäude angegeben, an welchem er die Privat Wohnungen derAlten, versteht sich des höhern Standes nachzuahmen sich vorgesetzt. Ich eilte mit dem größten Verlangen hin aber ach! es istkaum den 10 Theil ausgeführt. Doch auch dieser Theil seines himmlischen Genius werth. Eine Vollkommenheit in der Anlageund eine Akkuratesse in der Ausführung die ich noch gar nichtkannte. auch im Mechanischen da der meiste Theil vonBacksteinen |: wie ich zwar mehr gesehen habe :| aufgeführt ist,eine kostbare Präcision. Ich habe heut nach seinen Wercken gezeichnet und will mir ihn recht herzlich eigen machen. p. 530. Bibliothek vielmehr Antiken saal, der voraus geht, kostbareSachen. Ein Gewand einer Minerwa, einer Cleopatra; ichsage Gewand, weil meine Gedanken die Restauration der Köpfeund Arme gleich wieder wegschlägt. Ein Ganimed der von Phidias seyn soll und eine berühmte Leda. auch nur Stücke, erstesgut, das zweyte mäsig restaurirt, aber von hohem sinnlichen Sinn. Die Carita kann ich nicht vergessen. auch hat er eine Treppeangebracht die er selbst lobt und die würcklich gar sehr schön ist.

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