Brief
Von Wilhelm von Humboldt (6. Mai 1797)
H. nennt seine geschäftlichen Verpflichtungen seit seiner Ankunft in Berlin, will aber in diesem Brief nur von G.s Angelegenheit reden. - Ausführlich über das Druckmanuskript von "Hermann und Dorothea", das ihm zusammen mit G.s Manuskript von J. F. Vieweg übergeben worden sei. Kritik an der Form des Druckes, die leider durch das Almanachformat erzwungen werde. Vieweg lasse eine kleine Nebenauflage in einem anderen Format drucken. Mit der Form des Almanachs finde sich H. nur ab, weil G.s Werk dadurch ein ungleich größeres Publicum erreichen könne. Da J. G. Schadow aus zeitlichen Gründen die Zeichnungen zu den einzelnen Musen in "Hermann und Dorothea" nicht anfertigen könne, empfehle H. angesichts des Mangels an guten Künstlern einen völligen Verzicht. Bitte an G., seine ablehnende Haltung gegenüber der Veröffentlichung einiger Kupferstiche mit Landschaftsdarstellungen im Kalenderteil des Almanachs nochmals zu überdenken. In J. D. Sander stehe H. ein sehr sorgfältiger Korrektor zur Seite. - Ausführliche Darlegung einzelner Korrekturen zu den ersten vier Gesängen, die sowohl die Interpunktion als auch den Versbau betreffen. - H. bittet G., bei J. F. G. Unger, der H.s "Agamemnon"-Übersetzung drucken wolle, ein Wort zum Vortheil des Werks einzulegen.
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