Normalzeugnis Zeugnis

J. I. Gerning, Tagebuch 12. 8. 1793 (*B1 1, 141; SUB Frankfurt)

An diesem glückl. Morgen hatte ich das gewünschte Glück bey Göthe zu seyn, ihm mein poetisches Zeug zu bringen u: von ihm schönen Unterricht zu empfangen. Es schien ihm nicht übel zu behagen u: weil ich Anlage oder Liebhaberey dran hätte, so müße ich auch die nöthige Grundlage wissen. Er rieth mir besonders zu (Hex) und Pendamettern, worinn er mir ein artiges Gedicht „das Wiedersehn“ zeigte. Moritzens Prosodie u: Herders zerstreute Blätter rieth er mir auch an. Jenes kaufte mir gleich, dieses kostet mir aber zuviel Ruh; – vielleicht lohnt sich’s! Konnte ... nur eine Stunde bey Göthe bis 9¾ bleiben.

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