Brief

An Johannes Daniel Falk (12. Oktober 1810)

Ew. Wohlgeboren wünsche in diesen Tagen zu sehen, um mich mit Ihnen auf die hergebrachte, interessante Weise zu unterhalten; vorher aber möchte ich eine Verlegenheit beseitigt wissen, in der ich mich um Ihretwillen befinde. Sie haben nämlich das von Herzogl. Bibliothek Ihnen anvertraute Exemplar des Heldenbuches durch Anstreichen, Beischreiben, Ausstreichen auf eine mir unbegreifliche Weise beschädigt. Die Sache ist bei Herzoglicher Commission zur Sprache gekommen und hat eine sehr unangenehme Empfindung erregt. Auch ist der Vorfall von der Art, daß ich kaum weiß, wie ich eine unerfreuliche Verfügung zurückhalten will. Gar sehr wünschte ich daher, daß Sie mir hierüber einige Erläuterung gäben und einen Anlaß verschafften, der Sache eine Wendung zu geben, wodurch die Bibliothek satisfacirt und das Auffallende des Ereignisses vermindert würde. Neigung und gute Meinung bewegen mich zu diesem außergeschäftlichen Schritte. Weimar, den 12. Oktober 1810

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