Brief
Von Johann Heinrich Meyer (29. Juli 1820)
Zu G.s Sendung: Obwohl W. F. Gmelins Kupferstiche zu Vergils "Aeneis" (für die von der Herzogin von Devonshire veranlaßten Prachtausgabe, übersetzt von A. Caro) dem Gedichte selbst ungünstig seien, schienen M. diese dennoch ganz verdienstlich; besonders die Aussicht auf den Lago d'Averno sei zu loben (vgl. M.s Anzeige in: "Über Kunst und Altertum" II 3). - J. Raabes Kranker Prinz habe M. an das Gemälde von P. da Cortona erinnert, nur seien dessen Farben viel reiner und daher fröhlicher. Das zweite Stück nach Cortona stelle dessen Alexander dar, der die Gemahlinen des Darius empfängt. Über Raabes Kopie der "Aldobrandinischen Hochzeit" wolle M. noch kein endgültiges Urteil fällen, es sei aber ersichtlich, daß Raabe gröblich gepfuscht habe. M. habe wenigstens 4 Schüler vielleicht 6, die bey weitem beßere Zeichnungen darnach machen würden. - Ankündigung eines möglichen Besuchs für den 3. August (vgl. G.s Tagebuchnotiz vom 6. August).
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