Normalzeugnis Zeugnis
Schiller an Goethe 31. 8. 1794 (SNA 27, 31)
Unsre späte, aber mir manche schöne Hofnung erweckende, Bekanntschaft, ist mir abermals ein Beweis, wie viel beßer man oft thut, den Zufall machen zu laßen, als ihm durch zu viele Geschäftigkeit vorzugreifen. Wie lebhaft auch immer mein Verlangen war, in ein näheres Verhältniß zu Ihnen zu treten, als zwischen dem Geist des Schriftstellers und seinem aufmerksamsten Leser möglich ist, so begreife ich doch nunmehr vollkommen, daß die so sehr verschiedenen Bahnen, auf denen Sie und ich wandelten, uns nicht wohl früher, als gerade jetzt, mit Nutzen zusammenführen konnten. Nun kann ich aber hoffen, daß wir, soviel von dem Wege noch übrig seyn mag, in Gemeinschaft durchwandeln werden.
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