Normalzeugnis Zeugnis
Bertuch an G. J. Göschen 29. 6. 1786 (QuZ 1, 9)
Ich war am Dienstage bey Göthe, und sprach mit ihm über seine Erklärung. „Sie haben die Schraube sehr scharf angezogen, sagte ich ihm; Göschen wird zucken; indeßen wir wollen sehn was er drauf sagt; einige Milderung werden Sie ihm auf alle Fälle accordiren müßen.“ – „Es ist wahr, sagte er, ich habe meine Forderung etwas gesteigert, meine gedruckten und ungedruckten Wercke in eine Brühe geworfen, und eine Summe überhaupt gefordert, 1, weil ihm beyde wegen der neuen Bearbeitung gleich, und so gut wie ganz neu sind; 2, um uns nicht wegen der diversen Bogen Berechnung zu geniren; 3, weil ich, da Göschen nicht changirt, sondern blos coulant handelt, auf eine 2te Auflage so gut als nicht rechne, und also alles was ich hoffen kann von dieser erwarten muß. Hingegen will ich ihn wegen der Stärcke der Auflage gar nicht einschräncken, und für die gute Auflage in gr. 8VO. auch nichts verlangen; auch die Subscription auf alle Art durch meine Freunde unterstützen helfen.“ etc. etc.
Dieß war ohngefähr seine Meinung, und ich mercke daß er von den 2000 rth. wohl nicht abgehen wird; allein eine Milderung auf 1½ Louis dor pr. Bogen einer zweyten Auflage, und der 80 FreyExemplare vielleicht auf 40, neml. 25 ordin. und 15 in gr: 8VO wird er sich gewiß gefallen laßen. – Da er nun kommende Woche ins Carlsbad geht, und doch noch gern die Ankündigung entworfen sehen wollte, so setzte er mir gestern den verabredeten Brief-Extract dazu auf, und ich habe sie in soweit als ich sie ohne Ihren Calcul machen konnte entworfen. Hier ist sie. Er hat sie gelesen, und ist damit zufrieden. Gehen Sie sie nun auch genau durch, füllen Sie die Preiße aus, wenn Sie zuvor die VerlagesKosten genau berechnet haben und fügen Sie noch hinzu was Sie theils wegen der guten Edition, theils sonst noch überhaupt für nöthig finden. Schicken Sie mir sie dann auf den Montag zurück und melden mir wie viel tausend ich davon soll drucken laßen. Ich rechne daß sie 2 octav Blätter Median mit Petit giebt, und dächte 20 000 wären nicht zu viel, weil wir sie durchaus bey etl. der gangbarsten Zeitungen sowohl Gelehrte als polit. mit beyschlagen laßen müßen. Göthe allein will 1000 Stck. ins Carlsbad zum Vertheilen haben. Und sie müßen auch eine starcke Parthie mit auf ihre Reise nehmen.
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