Brief

Von Katharina Elisabeth Goethe (15. Juni 1804)

Mit Übersendung der Comedien Zettel berichtet sie über die Wunderwirkung von G.s Brief an W. K. L. Moors (1803 November 23, WA IV 16, Nr. 4760): T. F. A. Kestner sei gleich Examinirt und sodann recipirt und Burger geworden. P. N. Schmidt habe Caucion vor Ihn geleistet, daß er eine Frankfurter Bürgerstochter heiraten werde. Schmidt sei aber sehr traurig von Weimar weggegangen, weil er G. nicht habe antreffen können. G. möge J. J. L. Geist ein kleines Brieflein diktieren, in dem er bedauere, Schmidt nicht gesprochen zu haben. Darüber wäre dieser erfreut - erzählts der gantzen Stadt, und ihr würde ein Gefallen getan. - Über eine Aufführung von G.s "Mohamet" am 31. Mai in Frankfurt mit besonderer Würdigung der Darstellung durch W. Otto; eine Denoiselle Protzler (Brotzler) sei ohmächtig geworden und zwey Demoiselln Sintzheimer (Sinzheim) seien davongelaufen. - Man erzähle von einer Theaterbearbeitung des "Götz", und J. F. von Meyer habe "Clavigo" ausgeteilt, was mit den drei besten Schauspielern vortreflich gerathen müsse. - Sie folge G.s Rat, den Sommer zu genüßen, und besuche ihre Freunde J. K. S. Schlosser, J. D. Fleischbein, J. W. Metzler, C. F. Steitz, Fingerlins und Stocks auf dem Lande oder in ihren Gärten. - Daß G. recht schön und gut aussehe, habe Schmidt versichert; sie hoffe, daß es auch Christiane und August gut gehe.

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