Brief

Von Karl Friedrich Graf Reinhard (30. Oktober 1823)

Über Mainz und den Rheingau seien die vier Reisenden (R. mit seinem Sohn Karl, seiner Tochter Sophie und V. von Wimpffen) von Weimar zurückgekehrt; Anspielung auf G.s "Sankt Rochusfest zu Bingen" und das Altargemälde (von L. Seidler). Dank für und Erinnerung an die Tage in Weimar und das Wiedersehen (vgl. G.s Tagebuchnotizen vom 1. bis 8. Oktober). Karl und Sophie nähmen sich die Freiheit, in beiliegenden Blättchen den Angehörigen von G.s Haus ihren Dank zu senden; erwähnt: U. von Pogwisch, A. und O. von Goethe sowie Walter und Wolfgang. - Auf dem Ausflug in den Rheingau sei "Zur Naturwissenschaft überhaupt, besonders zur Morphologie" (II 1) R.s Reiselektüre gewesen; erwähnt: der Tempel von Pozzuoli (vgl. G. "Architektonisch-naturhistorisches Problem"), das phosphorische Augenlicht (vgl. C. L. F. Schultz "Über physiologe Farbenerscheinungen") sowie G.s "Farbenlehre", "Die natürliche Tochter" und "Faust". - Die Grüße an J. J. von Willemer habe R. ausgerichtet. - R. sei in der ihn umgebenden Wüste entschlossen, nur noch in meinem Haus und in meinem Kabinet erspriesliche Nahrung zu suchen. Auch sei sein jeziges Ministerium (unter F. R. de Chateaubriand) kunstfertig genug, zwischen all den Klippen (drohender Krieg mit Spanien) unbeschadet hindurch zu kommen. - An F. von Müller, der R. ebenso wie F. W. Riemer nach Gotha begleitet habe, sei ein Päckchen abgegangen und für G. demnächst vier Krüge Schwarzwälder Kirschwasser, von Nonnenhänden bereitet, wovon jeweils einer für Müller und einer für Riemer bestimmt sei; erwähnt: Riemers Sonette.

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