Brief

Von Johann Isaak Gerning (25. August 1795)

Bitte um P. Anfossis "Circe" im Namen der Frankfurter Theatergesellschaft. - Für die Komposition von G.s Zauberharfe ("Der Zauberflöte zweiter Teil") habe S. F. Küstner nun einen ziemlich Mozardischen Komponisten (? P. Wranitzky) aufgefunden (vgl. RA 1, Nr. 1492). - Gerning erwarte noch immer in Frankfurt Friedensnachrichten aus Neapel. Obwohl er viel krank gewesen sei, habe er einiges gedichtet. Falls es G. prüfen wolle, könne er es von Knebel erhalten. Einem bereits übersandten Buch mit seinen poetischen Versuchen werde Gerning bald ein weiteres mit Landschaftsbeschreibungen nachfolgen lassen. - A. H. J. Lafontaines "Tochter der Natur" sei mit geteiltem Beifall in Frankfurt aufgeführt worden. Lafontaine sei selbst in Frankfurt, arbeite an einem neuen Trauerspiel und erwarte mit Spannung die Fortsetzung des begeistert aufgenommenen "Wilhelm Meister". - Bitte, die Inlage an Herder weiterzugeben, der G. seinerseits ein Exemplar von H. S. Hüsgens Mscrpt über A. Dürers Catalog (vgl. Ruppert 2456) schicken werde. - K. E. Goethe habe G. was zugesandt (vgl. RA 1, Nr. 1387). J. A. A. von Kalb war hier u. ist nach Mannheim. A. S. E. von Bethmaan-Metzler und M. S. von La Roche wären beinahe dort erschienen (? in Weimar). Die Demarcations-Linie wird jetzt beyderseits respectirt.

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