Normalzeugnis Zeugnis
Italienische Reise. 9. 3. 1787 (WA I 31, 35)
Heute waren wir mit dem Fürsten von Waldeck auf Capo di Monte, wo die große Sammlung von Gemählden, Münzen u. d. g. sich befindet, nicht angenehm aufgestellt, doch kostbare Sachen ...
Als ich von Capo di Monte zurück kam, machte ich noch einen Abendbesuch bei Filangieri, wo ich auf dem Canapee neben der Hausfrau ein Frauenzimmer sitzend fand, deren Äußeres mir nicht zu dem vertraulichen Betragen zu passen schien, dem sie sich ganz ohne Zwang hingab. In einem leichten, gestreiften, seidenen Fähnchen, den Kopf wunderlich aufgeputzt, sah die kleine niedliche Figur einer Putzmacherin ähnlich ... Durch meinen Eintritt ließ sie sich in ihrem Plaudern nicht stören und brachte eine Menge possirliche Geschichten vor, welche ihr dieser Tage begegnet, oder vielmehr durch ihre Strudeleien veranlaßt worden.
Die Dame vom Hause wollte mir auch zum Wort verhelfen, sprach über die herrliche Lage von Capo di Monte und die Schätze daselbst. Das muntere Weibchen dagegen sprang in die Höhe und war, auf ihren Füßen stehend, noch artiger als zuvor. Sie empfahl sich, rannte nach der Thüre und sagte mir im Vorbeigehen: „Filangieris kommen diese Tage zu mir zu Tische, ich hoffe Sie auch zu sehen!“ Fort war sie, ehe ich noch zusagen konnte. Nun vernahm ich, es sei die Prinzessin***, mit dem Hause nah verwandt.
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