Brief
Von Friedrich Heinrich Jacobi (19. bis 25. Februar 1808)
1808 Februar 19 J. übersendet die ersten zwei Lieferungen der Lithographien "Albrecht Dürers christlich-mythologische Handzeichnungen" (von N. Strixner; Ruppert 2448; vgl. Meyers und G.s Rezension, in: JALZ 1808, Nr. 67; WA I 48, 249; vgl. G. an ? Vulpius, 1808 April 26, WA IV 51, Nr. 5527a) als Geschenk von C. von Aretin. - J. legt außerdem zwei Broschüren bei. Aus der einen wirst du sehen, wie es um mich; aus der anderen, wie es um dich selbst steht (K. Rottmanner "Kritik der Abhandlung F. H. Jacobis: Über gelehrte Gesellschaften" und "Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst" 1808, Heft 1, S. 52 ff.; Ruppert 447 und 349). J. bemerkt dazu, daß man vor vier Jahren in Jena gesagt habe, es werde bald um Göthe stehen, wie jetzt schon um Wieland, wegen des ungeheuren Fortgangs! Ich hielt das für eine Poße. - Er habe auch F. Schlegels Übertritt zur katholischen Kirche nicht glauben wollen, bis es Gräfin L. Stolberg an Lene geschrieben habe. Daß er eifrig mit Fritz Stolberg in Münster correspondire, wußte ich lange. - Einschätzung von Z. Werner und seiner Kunst, besonders des "Attila". Von seinem Verdruß an der neuen Schule und seiner Auffassung über die Entstehung von Dichtung. 1808 Februar 23 Inzwischen sei das Paket abgeschickt, der angefangene Brief aber noch zurückgehalten worden. - Über seine Ablehnung von Schellings Rede "Über das Verhältnis der bildenden Künste zu der Natur" (Ruppert 3204; vgl. RA 5, Nr. 752) mit Zitat aus einem Gedicht Voltaires Tout les guts sont pour moi respectables. Es gab nur zwey von einander wesentlich verschiedene Philosophien [...] Platonismus u Spinozismus. Es sei unmöglich, diese beiden Philosophen zu vereinigen. - Mitteilung des Gedichts "Das klare Geheimnis" (von F. Schlegel) im MBl (1808, Nr. 10), das ihm sehr gefallen habe. - Der Maler M. Klotz habe J. mehrfach besucht, J. werde G.s Empfehlung entsprechend behandeln. - Ankündigung des Diploms, in dem G. zum Mitglied der Münchener Akademie der Wissenschaften ernannt werde (vgl. RA 5, Nr. 969). 1808 Februar 25 Gestern (24. Februar) las Ritter in der Akademie ein [...] Memoire über seine Fortsetzung der Entdeckung von Davys vor ("Versuche und Bemerkungen", in: "Denkschriften der ... Akademie der Wissenschaften zu München für das Jahr 1808"). J. werde G. einen Auszug daraus zuschicken (vgl. RA 5, Nr. 842). Über J. W. Ritters ungeschicktes Verhalten in der Geschichte mit Campetti (vgl. RA 5, Nr. 752); dabei Zitat von Horaz' "Episteln" I 2, Vers. 16. - Die Sendung an Vulpius (? Verfassungsurkunde der Münchener Akademie der Wissenschaften vom 1. Mai 1807) werde übermorgen (27. Februar) abgehen.
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- Voltaire
- Rottmanner, Karl
- Horaz
- Platon
- Strixner, Johann Nepomuk
- Klotz, Matthias
- Davy, Humphry
- Ritter, Johann Wilhelm
- Werner, Friedrich Ludwig Zacharias
- Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph von
- Dürer, Albrecht
- Schlegel, Friedrich von
- Stolberg-Stolberg, Friedrich Leopold zu
- Christoph Martin Wieland
- Baruch de Spinoza
- Christian August Vulpius
- Johann Heinrich Meyer
- Eichstädt, Heinrich Karl Abraham
- Stolberg-Stolberg, Friederike Luise Gräfin zu geb. Gräfin v. Reventlow
- Jacobi, Susanne Helene (Lene)
- Aretin, Johann Christoph Anton Maria Franz Xaver von
- Campetti, Francesco
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