Brief
Von Karl Ludwig von Knebel (20. November 1800)
Dank für den 7. Band von G.s "Neuen Schriften" und für das Fragment der "Propyläen" III 2, das K. in der Hoffnung, bald das ganze Stück zu erhalten, zurücksendet (vgl. RA 3, Nr. 1090): "Mantua im Jahre 1795" (von J. H. Meyer) sei reizend, gefällig und schön. Welch ein Eden haucht aus Deiner Schilderung [...]. Auch die Darstellung "Raffaels Werke, besonders im Vatikan" (von Meyer) sei eingreifend und treflich. Freude auf die Beurteilung der zur Preisaufgabe eingegangenen Zeichnungen, verbunden mit Reflexionen über unser Vaterland, das so vielen guten Geist hervorbringt, der zu keinem wahren Gedeihen kommen kann; K. wünschte, wir hätten etwas mehr von den Franzosen, um eine Nation zu werden. - Bitte um P. J. Bitaubés Übersetzung von "Hermann und Dorothea" (Ruppert 1844) und die Rezension in der "Décade philosophique". - J. L. Tiecks Schriften habe er meist schon gelesen. - Der "Faust", dieses Niederländische Süjet, sei G.s Pinsels werth. - Von K.s Übersetzung des Lukrez ("De rerum natura", vgl. Ruppert 1405f.) werde vielleicht nächstens das 6te Buch, als Probe, gedruckt erscheinen. Er arbeite sie jetzt nach dem Vorbild eines Engländers (G. Wakefield) um, der in Lukrez den Dichter sehe, während die meisten nur den Grammatiker, den Systematiker suchten. - Über ein bei Ilmenau gefundenes neues Mineral, das Eisentitan sein solle, aber erst A. G. Werner zur Entscheidung zugeschickt worden sei. - Von der Galvanischen Batterie habe er noch nichts gehört (vgl. RA 3, Nr. 934). - Über einen Unfall, den K. erlitten hat.
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