Normalzeugnis Zeugnis
J. H. W. Tischbein an Goethe 10. 2. 1817 (SchrGG 25, 17)
Jn Rom, wen wir ein Frahmendt fanden, dan konden Sie so leicht errahten was das Gantze gewesen sein müsse, wo dießes stück abgebrochen sey ... In Rom schlieffen Sie in einem Zimmer, wo im Fries die Geschichte der Maria war ...
Ich werde mich über alle Maßen freuen wen ich Ihnen wieder sehen könde, und das wir über das leben in Rom mit einander sprechen. Erinern Sie sich noch als wir in den Fernesischen Garden die Porfier und Granide und Pronsen zusamen laßen, und sie verstecken an der Mauer eines Garden Haußes um sie ein ander mal mit nach Haus zu nehmen? ich glaube sie ligen noch da. Den führte ich Ihnen in ein Rondel under der Erde durch eine dunkle Trepe, und Sie sahen auf einmal die Statuen in den Nischen, die gantz mit dicken Stamen von Epfei umwacksen waren ... Auch dencke ich noch ofte daran wie Sie ergrifen worden von der Einfachheit Zahrtheit und jnnigkeit eines Bildes von Mantenga in der justinianischen Gallerie, ein Schäffer betrachtet ein schlafendes Mächgen. jetz fehlt dießes Bild in der Sammlung. Ich sahe sie in Berlin, suchte danach, aber es war weg ...
Seitdem das ich von Dresden wieder zurück kam, wo ich die Andicken zu meiner grösten freude wieder sahe, fing ich gleich ein groses Bild an, die Figuren in Lebensgröße, wo ich die weiblige Schönheit in vorstellen willens bin. In der Helena das schöne Weib, und die mänlige Schönheit im Menelaus. Wie Sie in Rom ein mahl sagten, das Kind mus ein Name haben, darom wahlte ich dieße Begebenheit.
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