Brief
Von Karl Friedrich Zelter (9. bis 10. April 1812)
1812 April 9 Betrachtungen anläßlich der langen Pause im Briefwechsel. - Durch F. C. Sibbern sende Z. unser Liederbuch ("Gesänge der Liedertafel", Ruppert 917), das die Herren in Z.s Abwesenheit hätten drucken lassen und das von Druckfehlern wimmele. Über Schwierigkeiten mit der Neuausgabe von Z.s (im Kunst- und Industriecomptoir Berlin erscheinenden) "Sämtlichen Liedern, Balladen und Romanzen": Seit vollen 2 Jahren sind erst drey Hefte heraus; erwähnt: der nach Leipzig verzogene Verleger (A. Kuhn). - Zur Lektüre von "Dichtung und Wahrheit": Reflexionen über Z.s eigenes Leben, das verpfuscht sei; erwähnt: Z.s autobiographische Aufzeichnungen und sein Einsatz in der Berliner Stadtverwaltung (Comité administratif). 1812 April 10 Kritik an der Berliner Aufführung von "Romeo und Julia" (von Shakespeare, in A. W. Schlegels Übersetzung und G.s Bearbeitung, am 9. April), für die die geeigneten Schauspieler ebenso fehlten wie für die Besetzung der Rollen im "Torquato Tasso". Z.s Meinung stehe im Widerspruch zur allgemeinen Ansicht. - Mitteilung vom Tod seines Schwiegersohns (F. Syring) und von der schweren Erkrankung seiner letzten noch lebenden Schwester (L. Syring). - Hoffnung auf einen Badeaufenthalt in Teplitz und auf ein Wiedersehen in den Bädern. - Weitere Mitteilungen über die hiesigen Gegner von G.s "Farbenlehre" (vgl. RA 6, Nr. 407). Nur C. L. F. Schultz habe sich zur Darstellung der Farbenlehre ordentlich ausgerüstet, und dieser sei in allen Punkten G.s Meinung; erwähnt: C. S. Weiß und Newton.
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