Brief

Von Karl Ludwig von Knebel (5. Januar 1798)

Klage über M. H. von Knebel, die K. um solcher Ursache willen (K.s bevorstehende Heirat) zugrunde richten wolle, und über die Weiber u. Närrinnen in Weimar, die jedes junge gefällige Mädchen verdammen. Sogar Herders hätten sich schwach, zweydeutig u. heuchlerisch gezeigt. - Etwa am 20. Januar wolle K. von Nürnberg abreisen und sich in Ilmenau niederlassen. J. K. W. Voigt habe alles zu bereiten versprochen. G. möge ihm auch C. G. Voigt zu verbinden suchen. - In einigen Tagen werde K. in Ansbach seine Mutter besuchen und K. A. Fürst von Hardenberg sprechen, um sich doch einige Aussicht im Nothfall, für die Zukunft offen zu halten. - Bei J. K. S. von Holzschuher habe er "Hermann und Dorothea" vorgelesen: Kein Wort fiel ohngefühlt zur Erde. - Die lezten Anmerkungen zum Properz (vgl. "Elegien von Properz", Ruppert 1428) habe K. an Böttiger geschickt. Bitte, ihn zu bereden, die Revision zu übernehmen und das Leben des Properz dazu zu schreiben. J. H. Meyer werde K.s lezte Antwort auf seine schöne Zeichnung erhalten haben. - C. G. von Murr lasse G. seiner Hochachtung versichern, ob er gleich den wohlfeilen Gözen nicht vergessen könne. Ihm habe K. ein paar Blätter eines alten Mscripts von Properz abgezwickt. - Bitte um Auskunft über den in Weimarischen Jagddiensten stehenden C. F. K. W. von Furtenbach.

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