Brief
An Johann Gottfried und Caroline Herder (13. August 1792)
Euern lieben Brief, meine besten, erhalte ich in Franckfurt wo ich gestern Abend angekommen bin, dieses Blat wird Euch also noch in Aachen treffen da Ihr biß den 20ten zu bleiben gedenckt. Ich hoffe biß zu Ende des Monats hierzuseyn und nur dann und wann kleine Exkursionen zu machen. Wegen Eurer Reise wage ich nichts zu sagen noch zu bestimmen. So lieb mirs wäre Euch zu sehen, so darf ich Euch doch nicht rufen, da besonders die Düsseldorfer Gallerie Herdern so nah ist und ihm eine Unterhaltung geben wird die er auf dem übrigen Wege nicht findet. /
Ich bin hier in alten Ideen zerstreut und gebe lieber auf Euch zu sehen. Denn weggehen kann ich nicht und werde Coblenz schwerlich sehn. Ich gehe wahrschein. auf Trier oder auf Zweybrücken, wer weiß wo sie sich in vier Wochen herumtummeln werden. Lebet also und reiset wohl, grüßet Jakobi. Ich schreibe ihm heute. Schreibet mir doch auch noch ein Wort eh ihr von Aachen geht.
Ich wünsche recht herzlich daß das Wasser den gewünschten Effeckt thue. Lebet wohl u liebt mich
Fr. d 13 Aug. 1792
G.
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