Brief

Von Wilhelm von Humboldt (7. März 1814)

Dank für drei Briefe G.s (vgl. RA 6, Nr. 872) mit den interessanten Beilagen, mit dem Kloster (G.s Beschreibung von Ruisdaels Bild "Kloster" im Aufsatz "Ruysdael als Dichter"), G.s "Epilog zum Trauerspiele Essex" (nach "Graf von Essex" von J. G. Dyk nach J. Banks) und der JALZ (1813, Nr. 245). - H. habe F. Gentz den Brief G.s an diesen zusammen mit G.s Brief an H. und der JALZ geschickt (vgl. RA 6, Nr. 847 und RA 6, Nr. 852). G. dürfe sich derzeit nichts versprechen, da Gentz seit langer Zeit alle literärische Wirksamkeit verhaßt sei. Außerdem sei zu erwarten, daß ihm einiges in der Tendenz der Rezensionen mißfallen würde, namentlich die Stellen über den Nutzen der Revolution, und das Streben nach einer Vernichtung der Tyrannei zur See; Bezugnahme auf K. L. von Woltmanns Artikel "Schriften über die Tagesgeschichte" (in: JALZ 1813, Nr. 245). - Freude über das Exemplar des Neudrucks von "Hermann und Dorothea"; Bedauern, so fern von G. zu leben. - G.s "Epilog zum Trauerspiele Essex" habe H. in hohem Grade angezogen; erwähnt: Königin Elisabeth von England. - Nachrichten über seine Frau und seinen Sohn Theodor. - Zur Bekanntschaft mit F. Schlosser und H.s Bemühungen um eine Anstellung für dessen Bruder (Christian). - Falls der Aufsatz über comparative Anatomie gedruckt werde, solle G. ein Exemplar schicken (G. "Erster Entwurf einer allgemeinen Einleitung in die vergleichende Anatomie", in: "Zur Morphologie" I 2). - Das Kloster male sich sehr anschaulich in G.s Aufsatz ("Ruysdael als Dichter"). - H. lege dem Brief drei Sonette von D. F. Koreff sowie ein Sonett seiner Frau bei; erwähnt: Koreffs Übersetzung von Tibulls "Werken", die beiden jungen Prinzessinnen von Curland (Pignatelli und Talleyrand-Périgord) sowie H.s kleinstes Mädchen (Gabriele). Des weiteren übersende H. Autographen von A. de Araujo (Schreckenbach 40) und Graf M. Merveldt (Schreckenbach 1077).

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