Brief
Von Katharina Elisabeth Goethe (19. Januar 1795)
Über ihr Gaudium an "Wilhelm Meisters Lehrjahren" (1. Band): Durch Erinnerungen an G.s Jugend habe sie sich 30 Jahre jünger gefühlt. Sie danke auch im Namen J. Stocks; J. G. Schlosser habe sie sein Exemplar so gleich überschickt. Sie freue sich, daß das herrliche Werck nicht mit Lateinischen Lettern gedruckt sei, und hoffe auf baldige Fortsetzung. Freude auch über die Romantzen, besonders was hör ich draußen vor dem Thor, die J. F. Reichardt zum Glück vor mich in den Clavier schlüßel gesetzt hat. - Bericht über ihr Befinden und die Lage in der Stadt:Es sei Lerm und Romur genug, von Frankfurt aus werde die gantze Armme versorgt. Schlosser seien in Ansbach, alles war drauf angelegt in Düsseldorf den Frieden abzuwarten; Jacobis seien nach Wansbeck emigrirt. - Das päckgen an S. T. Soemmerring sei bestellt.
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