Normalzeugnis Zeugnis
Italienische Reise. November 1787 (WA I 32, 145)
Die Gegenwart unseres Kaysers erhöhte und erweiterte nun die Liebe zur Musik, die sich bisher nur auf theatralische Exhibitionen eingeschränkt hatte. Er war sorgfältig, die Kirchenfeste zu bemerken, und wir fanden uns dadurch veranlaßt, auch die an solchen Tagen aufgeführten solennen Musiken mit anzuhören. Wir fanden sie freilich schon sehr weltlich mit vollständigstem Orchester, obgleich der Gesang noch immer vorwaltete ...
Nächst diesem hatte Kayser noch eine Tugend, daß er nämlich, weil ihm sehr um alte Musik zu thun war, ihm auch die Geschichte der Tonkunst ernstlich zu erforschen oblag, sich in Bibliotheken umsah; wie denn sein treuer Fleiß besonders in der Minerva gute Aufnahme und Förderniß gefunden hatte. Dabei aber hatte sein Bücherforschen den Erfolg, daß er uns auf die ältern Kupferwerke des sechzehnten Jahrhunderts aufmerksam machte und z. B. das Speculum romanae magnificentiae, die Architekturen von Lomazzo, nicht weniger die späteren Admiranda Romae und was sonst noch dergleichen sein mochte, in Erinnerung zu bringen nicht unterließ.
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