Normalzeugnis Zeugnis
Müller, Goethe in seiner ethischen Eigenthümlichkeit (F. v. Müller2 S. 24)
Ich halte mich verpflichtet, hier von einer vertraulichen Aeußerung Gebrauch zu machen, die einst unser verewigter Bruder Wieland mir machte: „Und wenn ich jemals, – sprach er – noch so sehr mit Goethe zu zürnen veranlaßt werden, mich von ihm oder seiner Handlungsweise noch so sehr verletzt fühlen könnte, und es fiele mir ein – was Niemand besser als gerade ich wissen kann –, welche unglaubliche Verdienste er um unsern Herzog in dessen erster Regierungszeit gehabt, mit welcher Selbstverläugnung und höchsten Aufopferung er sich Ihm gewidmet, wie viel Edles und Großes, das in dem fürstlichen Jüngling noch schlummerte, Er erst zur Entwicklung gebracht und hervorgerufen hat; so möchte ich auf die Knie niedersinken und Meister Goethen dafür mehr noch als für alle seine Geisteswerke preisen und anbeten.“
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