Brief
Von Friedrich Schiller (17. September 1800)
S. wolle G. am 21. September für einen Tag in Jena besuchen. Freude über G.s Arbeit am "Faust". Interesse an G.s Gesprächen mit Niethammer. - Durch die in K. L. Woltmanns "Geschichte der Reformation in Deutschland" (Altona 1800) dargestellte theologische Revolution sei S. an die neueste philosophische erinnert worden. In beiden war etwas sehr bedeutend reales, dort der Abfall von Kirchensatzungen und die Rückkehr zu den Quellen, Bibel und Vernunft: hier der Abfall vom Dogmatismus und der Empirie. Aber bei beiden Revolutionen sieht man die alte Unart der menschlichen Natur, sich gleich wieder zu setzen, zu befangen und dogmatisch zu werden. Woltmann verliere sich im Detail, während es darauf ankomme, disen Stoff [...] in große fruchtbare Massen zu ordnen und mit wenigen Hauptstrichen ihm den Geist abzugewinnen. - Bedauern über Cottas "Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1801" und seine Konkurrenz mit G. F. Wilmans' "Taschenbuch auf das Jahr 1800". - C. G. Körner habe S. (im Brief vom 10. September) mitgeteilt, daß sich W. und A. von Humboldt mit Geistersehereien abgeben sollen. Das habe er von K. F. Graf von Geßler gehört. G.s Brief an W. von Humboldt (vgl. RA 3, Nr. 930) wolle S. morgen früh auf die Post geben.
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