Brief
Von Friedrich Hildebrand von Einsiedel-Scharfenstein (15. November 1788)
Obwohl die Reisegesellschaft von Herzogin Anna Amalia bereits Anfang Oktober in Rom eingetroffen sei, sende E. jetzt erst einen Zuruf der Erinnerung, weil er gern etwas bestimmtes über ihren Aufenthalt mitteilen wollte. Nachdem die ersten vier Wochen ganz dem Studium des antiken Rom gegolten hätten, fordere nun das moderne Rom ihre ganze Kraft. Die Herzogin empfängt die ausgezeichnetesten Höflichkeiten mehr als wir erwarten konnten [...]. Ausführliche Schilderung der durch gesellige Verpflichtungen bestimmten Lebensweise der Herzogin. E. sei es würklich bange daß alles so glänzend endige wie es begonnen habe. Über die Fürsorge des Kardinals Bernis und der Herzogin von Santa Croce sowie über weitere Reisepläne Anna Amalias, die schon im Januar nach Neapel gehen wolle, wohin sie Reiffenstein begleiten werde. Trotz größerer Ausgaben stünden die Oeconomika gut. E. hoffe, daß Anna Amalia des heißen Klimas wegen bereits im Frühjahr 1789 nach Weimar zurückreisen werde.
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