Brief
An Anna Amalie Wolff (23. November 1810)
Sie haben, beste Wolff, neulich die Rolle der Iphigenie, nach aller und auch nach meiner Ueberzeugung fürtrefflich und unverbesserlich dargestellt, wie denn gestern bei Hofe darüber nur eine Stimme war. Wenn ich aber an jenem Abend, indem ich Sie bewunderte, zugleich mit Horchenden, die mir schon einigen Verdruß gemacht hatten, mein Spiel trieb; so war sicherlich Mephisto nicht weit. So viel vorläufig zu Ihrer Beruhigung an der mir unendlich viel gelegen ist. Wandeln Sie auf Ihrer schönen Bahn, zu aller Freude nur immer so fort und lassen Sich durch nichts irre machen. Mir würde die Sache lustig vorkommen, wenn Ihnen dabei nicht Weh geschehen wäre. Doch hoffe ich wir wollen nächstens bei einem Glas Champagner zusammen darüber lachen.
W. d. 23. Nov. 1810.
Goethe.
Bezüge im Wissensnetz
Hat Sprache (1)
GZP-Knowledge-Graph- Deutsch
Wurde abgesendet von (1)
GZP-Knowledge-GraphWurde gesendet an (1)
GZP-Knowledge-GraphWurde abgesendet aus (1)
GZP-Knowledge-GraphHat Zeitspanne (1)
GZP-Knowledge-GraphKategorie (1)
GZP-Knowledge-Graph- Brief und Korrespondenz