Brief

Von Karoline Herder (14. Oktober 1795)

H. informiert G. in ihrer Bestürzung von ihrem gestrigen Gespräch mit der Herzogin Luise. Der Herzog wolle Gottfrieds Promotionskosten bezahlen, August auf der weimarischen Kanzlei beschäftigen und Adelbert zu G. F. von Boyneburg auf ein Gut ins Eisenachische schicken. H. habe der Herzogin geantwortet, daß August sich diesen Winter auf ein Studium der Naturgeschichte vorbereiten solle und ihr Mann den Grundsatz befolge, die Söhne das lernen zu lassen, wozu sie Lust haben. H. zitiert im folgenden ihren Brief vom gleichen Tag an die Herzogin Luise: Sie habe ihrem Mann die Vorschläge des Herzogs nicht ausrichten können, da er sich in seinen VaterRechten gekränkt fühlen würde. Gottfrieds Tüchtigkeit könne J. C. Stark bezeugen, auch Augusts Neigung zu den Wissenschaften sei offenbar. Wiederholte Bitte um finanzielle Unterstützung ihrer Söhne und Klage über den Wegfall der Konsistorialratsstelle im Oberkonsistorium, wodurch ihr Mann seine Gesundheit verloren habe. - H. mahnt G., der 1789 das Instrument des Herzogs bei der Unterhandlung gewesen sei, seine und des Herzogs Ehre u. Moralität zu retten, und droht mit den unangenehmsten Auftritten, falls der Herzog seinerseits den Contract nicht erfülle und ihnen kein Geld gebe.

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