Brief

Von Karl Ludwig von Knebel (5. Oktober 1807)

K. wünscht an G.s Dasein und Wirken näheren Anteil zu nehmen und bittet um Übersendung des "Vorspiels zur Eröffnung des weimarischen Theaters am 19. September 1807". - K. habe sich zum Pindar begeben und sich J. T. L. Danz dabei zum Mitgenossen erwählt. Zu der beiliegenden Übersetzungsprobe, die auf Herders Grund erbaut sei, möge sich Riemer äußern, den er um einige von W. von Humboldt übersetzte Oden bitten lasse (u.a. "Pindars zweite olympische Ode", Ruppert 1319). Einige dieser Oden seien in Journalen zerstreut. - Über F. S. Voigts Beühungen um sein "Magazin für den neuesten Zustand der Naturkunde". - Seebeck suche, die Münchner Ritter (J. W. Ritter und andere) etwas zu kontrollieren. Die Münchener Akademie sollte ihn zum Mitglied ernennen. Bitte um Jacobis Rede "Über gelehrte Gesellschaften" (Ruppert 446). - Die Bezeichnung eines auf der Insel Elba entdeckten Minerals als Yenite durch einen Franzosen (C. H. Lelièvre) habe der Preuße Gehlen als eine Beleidigung aufgenommen und ihm artig, aber doch derb sowohl in seine "Journal für die Chemie, Physik und Mineralogie" (Berlin 1807: "Nachricht über ein neues Mineral, Jenit genannt") als auch im Journal de Physique (Paris 1807) geantwortet, daß sie wenigstens noch keinen Rosbachite gemacht hätten (Anspielung auf die Französische Niederlage 1757 bei Roßbach).

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