Brief
Von Karoline Flachsland (Herder) (13. Juni 1772)
F. schreibe auf Anlaß des inliegenden Briefs ihrer Freundin L. von Ziegler (später: von Stockhausen) und danke G. mit Herz u. Seele für seinen "Felsweihe-Gesang an Psyche" und sein Wanderlied ("Der Wandrer"). Merck werde es wohl vergessen haben, G. ihren Dank auszurichten. Auch erhalte G. anbei ein Geschenck, das ihr gestern [...] eine süße Abendstunde bereitet habe; es ist so ganz unsre Lila (L. von Ziegler) darinnen. - Wunsch, daß G.s dreimonatiger Aufenthalt in Wetzlar bald vorbei sein und er zu ihnen zurückkehren möge. Herder, mit dem F. den Ersten Briefwechsel ihres Herzens führe, lasse G. tausendmal grüßen und wolle die "Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand" bald wiederschicken. Sobald sie Herders Drama "Brutus" bekomme, wolle sie es G. zusenden. - So oft sie zum Felsen komme, schmücke sie ihn mit Blumen und denke an ihre Freunde. Anspielung auf G.s Gedicht "Der Wandrer", Zitat aus "Elysium. An Uranien".
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