Brief
Von Friedrich Heinrich Jacobi (18. Februar 1795)
J. bestätigt den Empfang von "Wilhelm Meisters Lehrjahren" (1. Band) und den "Horen" (1. Band, 1. Stück, 1795). - Auführlicher Bericht über Geburtstagsfeiern mit Theateraufführungen, auch unter Benutzung der Idee des Plundersweilers Jahrmarkts (Geburtstag J.s am 25. Januar, des Grafen F. K. von Reventlow und der Gräfin J. von Reventlow am 31. Januar und 16. Februar). - Über die sehr unterschiedliche Aufnahme des "Wilhelm Meister" im Emkendorfer Kreis: J. selbst erkenne dieses Werk für ein ächtes Meisterwerk, sowohl in Anordnung als Aufführung an, doch er habe den Zuhörerinnen gegenüber nachgeben müßen, daß ein gewißer unsauberer Geist darin herrsche, und die Sache damit entschuldigt, daß er das Buch als eine eigene Art von Confessions ansähe, und man die Entwicklung abwarten müße. In dieser Frage habe der Graf F. K. von Reventlow ganz unbedingt Parthie wider die Damen genommen. Ihn (J.) beleidige das Mißverhältnis das [...] zwischen den darin ausgedrückten Empfindungen, und ihren Ursachen u Gegenständen vorliege; Beispiele dazu. Anstoß habe überhaupt die ganze Mariane erregt. J. hält auch den jugendlichen Titelhelden nicht geeignet für die Einsichten über Dichter-Geist-Beruf u Schicksal. - Ein Beitrag für die "Horen" werde innerhalb der nächsten zwei Wochen folgen.
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