Brief
Von August von Goethe (28. Mai bis 6. Juni 1819)
1819 Mai 28 Berlin Weiterer ausführlicher Bericht über A. und O. von Goethes Berliner Aufenthalt. - Über eine Einladung zu G. und H. Schadow mit K. F. Zelter und Tochter (Doris) sowie H. von Mettingh. 1819 Mai 29 Über Besuche in der Sägespähnfabrik und der Bibliothek. Mittags bei K. vom Stein zum Altenstein habe A. von Goethe alle seine hiesigen Bekannten u. Freunde getroffen. Den Abend hätten sie bei P. A. und A. Wolff in froher Runde verbracht. 1819 Mai 30 O. von Goethe sei am ersten Pfingsttage mit F. Nicolovius in die Kirche gegangen, um F. Schleiermacher zu hören. A. von Goethe habe seinen Jugendfreund Graf K. Egloffstein empfangen. Abends habe er G. Spontinis Oper "Ferdinand Cortez" (Libretto von C. May nach E. de Jouy) gesehen; Lob der Dekorationen (von P. L. Burnat; vgl. RA 6, Nr. 1096); erwähnt: die Tänzerin S. Lemière. O. von Goethe sei mit Nicoloviussens nach Charlottenburg gefahren. Am Abend habe J. G. Langermann sie besucht. 1819 Mai 31 Der heutige Tag war zu Abschieds Besuchen bestimmt [...]. Da A. und O. von Goethes Berliner Aufenthalt von Seiten alter und neuer Freunde eine ununterbrochene Reihe von Aufmerksamkeiten gewesen sei, falle ihnen der Abschied schwer. - Kritische Äußerung über die Aufführung des "Don Carlos" (von Schiller), in der über Decorationen u. Costüms das eigentlich geistige des Stüks vernachlässigt worden sei. 1819 Juni 1 Unter den zahlreichen Besuchern zur Verabschiedung sei auch Graf A. Gneisenau gewesen. Nachmittags seien A. und O. von Goethe zunächst nach Potsdam abgereist. 1819 Juni 2 Dessau Bericht über die Reise von Potsdam nach Dessau. 1819 Juni 3 Der heutige Tag war ganz der Ruhe gewidmed [...]. 1819 Juni 4 Über verschiedene Besuche bei Graf F. und Gräfin L. Waldersee, D. von Harling sowie bei H. und W. von Knebel und einen Ausflug mit H. von Knebel (und deren Töchtern Luise und Karoline), G. J. von Berenhorst und dessen Braut A. von Holleuffer. 1819 Juni 5 A. von Goethe sei von Herzog Leopold IV. von Anhalt-Dessau und O. von Goethe von Herzogin Friederike von Anhalt-Dessau sowie von Fürstin Karoline von Schwarzburg-Rudolstadt sehr gnädig empfangen worden. - Den Abend habe man bei Waldersees verbracht; alle erinnern sich früherer schöner Zeiten Dessaus (unter Leopold III.), zu deren Erheiterung G. so viel bey getragen habe. - Über die weiteren Reisepläne. - Zur andauernden Hitze und Trockenheit. - Wie in Berlin sei man auch in Dessau um eine freundliche Aufnahme A. und O. von Goethes bemüht. Über Onkel u. Tante (J. K. und A. von Hagen), bei denen auch über (G.s) Aufenthalt in Nienburg beim Landrat K. E. von Hagen gesprochen worden sei (vgl. G. "Tag- und Jahreshefte" 1805, WA I 35, 232-238). - Grüße an Sohn Walter und an H. und U. von Pogwisch.
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