Normalzeugnis Zeugnis
Lavater, Tagebuch 18. 7. 1774 (SchrGG 16, 305)
In einem wol besetzten Schif auf der Lahne – wo Baßedow raucht u. Gramatic dociert, Goethe Reimendungen für die Gesellschaft schreibt, Ulrich u. Alsdorf den Schirm hält, hier einer einen Prosaischen Gedanken in Versen oder einen Poetischen in Prosa in ein Papierchen hinschreibt – Café getrunken wird; ob wir gut Wetter kriegen beym Sieden des Rindfleisches, deliberiert wird – schreib ich dieß, in einem rothen Dragoner Mantel mit Meßingnen Schließen eingehüllt. – –
Izt eine Schließe –
Wir stiegen bey der Aalen nicht aus, wo der Herr von der Nil uns einzuladen kam.
Die lezte Schließe. Es kocht u. braußt – – Rindfleisch u. Wällenschaum – überstanden – überstanden – die lezte. –
Eine hohe Einsiedeley blickt bey Lahnstein auf uns herab – Die Eremitage heißt – der Allerheiligenberg.
Baßedow hielt eine witzreiche u. gütige Standrede über mich.
Herrlich altes Schloß Lahnegg herab auf die Lahne blinkend.
Goethe dictierte.
Izt fahren wir Lahnstein vorbey, zur Rechten liegt der Flecken ... Izt liegen wir am Bord ...
Ich stieg aus. Bassedow vor uns in ein Haus, wo man zu Mittag aß, überfiel u. aß mit, Speck u. Bohnen – alle ihm nach! Gewirr u. Leben, u: Freude – wieder ins Schiff – Cappelle – ein zerstörtes Schloß vorbey. Goethe über die Kerls in Schlößern – nun von der Lahne, in den Rein – Goethe las – – – wir fuhren Horchheim vorbey. von der Staatsnase – der regierenden Fr. Gräfin von Thiersdorf Dierdorf.
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