Brief

An Carl Friedrich Zelter (7. Mai 1807)

Ihrer Briefe die nacheinander ankommen erfreue ich mich gar sehr und fahre fort einiges zu erwiedern. Wie erwünscht wäre mir gewesen Ihr Oratorium mit anhören zu können: denn leider bin ich von Musik gar zu sehr abgeschnitten, und das Bißchen Operette, ob wir gleich mit unter recht gute Stimmen haben, wills doch auch nicht thun. Daher scheint auch in mir aller Sang und Klang verschwunden, so wie alle Imagination, die sich auf Musik bezieht. Vielleicht führt uns das gute Glück und ein ver nünftiger Vorsatz bald wieder zusammen, und wir finden uns im Stande etwas in Gesellschaft zu arbeiten. Daß Ihnen mein Elpenor Freude gemacht hat, ist mir höchst angenehm und der Zweck dieser Blätter nun schon erreicht. Doch ist vielleicht bey dem Bey fall, den sSie meinem Fragmente schenken, Ihre Nei gung zu mir und meinem Wesen als mitwirkend an zusehen: denn ich gestehe gern, daß ich diese Arbeit selbst nicht mehr beurtheilen kann. Wenn etwas ins Stocken geräth, so weiß man immer nicht, ob die Schuld an uns oder an der Sache liegt. Gewöhnlich aber wirft man eine Abneigung auf etwas das man nicht vollenden kann, als auf ein Ding das uns wi derstrebt und das wir nicht Herr werden können. Ueberhaupt habe ich, bey Herausgabe meiner Werke sehr lebhaft gefühlt, wie fremd mir diese Sachen gewor den sind, ja daß ich fast kein Interesse mehr daran habe. Das geht soweit, daß ich ohne freundliche treue fortgesetzte Beyhülfe, diese zwölf Bändchen gar nicht zusammengebracht hätte. Jetzt haben wir sie aber meist hinter uns und bis auf Einen, kommen sie diese Tage sämmtlich in Cotta’s Hände. Da mag nun weiter aus uns werden was will, so wäre doch soviel gerettet. Ich freue mich zum Voraus auf den Spaß, den Ihnen der fortgesetzte Faust machen wird. Es sind Dinge darin, die Ihnen auch von musicalischer Seite interessant seyn werden. Können Sie mir das Verzeichniß der von Berlin weggeführten Kunstschätze ertheilen, so geschieht mir ein Gefallen. Wenn man nur weiß wo sie aufbe wahrt werden, so sind sie uns nicht verloren. Leben Sie recht wohl und schreiben mir nochein mal vor Pfingsten und dann lassen Sie nach Carls bad von sich hören Weimar den 7 May 1807. G

Bezüge im Wissensnetz

Antworten darauf (1)

GZP-Knowledge-Graph

Hat Sprache (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Deutsch

Wurde abgesendet von (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wurde gesendet an (1)

GZP-Knowledge-Graph

Wurde abgesendet aus (1)

GZP-Knowledge-Graph

Hat Zeitspanne (1)

GZP-Knowledge-Graph

Kategorie (1)

GZP-Knowledge-Graph
  • Brief und Korrespondenz

Teil von (1)

GZP-Knowledge-Graph
Cookie-Einstellungen