Brief

Von Karl August Herzog von Sachsen-Weimar und Eisenach (24. März 1793)

Des weiteren (vgl. RA 1, Nr. 543) über die Absichten des Prinzen Konstantin, am Feldzug teilzunehmen, und die von S. deswegen getroffenen Maßnahmen. Er wolle den Prinzen nicht antreiben, wenn es ihn selbst nicht juckt, müsse aber alles thun um für ihn es fast ohnmögl. zu machen zu Hause bleiben zu dürfen. Über große besorgniße wegen des Feldzuges. Man wittere einen tausch von Bayern gegen die Niederlande, den England auf alle weise zu hintertreiben suche. Deswegen verweigere wohl der Infame Pfältzer, Kurfürst Karl Theodor, die Einräumung Mannheims an die Östreicher, weil diese die Festung am Ende des Kriegs en depot behalten möchten, bis der Tausch erfolgt sei. - Den "Reineke Fuchs" habe s. mit vergnügen gelesen; er werde ihn an F. H. Jacobi schicken. - Ausführlich über die Gefahren der bei Frankfurter Bürgern und scribenten beobachteten Sympathien für Frankreich: Forster u. consorten zu Mayntz, beweisen wie heftig jene Sympathie auf leute ihres Gelichters wirckten [...]. Wenn Frankreich nicht angegriffen worden wäre, hätte es in Deutschland Unruhen angezettelt und wäre dann einmarschiert. Die Grundsätze der kriegführenden Mächte seien zwar dunkel u. unweise gewesen, S. halte aber den Krieg jetzt für ein Glück. - Vom anfange der belagerung Mayntz werde er G. unterrichten. - Über die Bedingungen, unter denen S. seine Jäger marschieren laße. S. habe eine große Explication mit Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und einen anciennitäts proces mit Friedrich Wilhelm II von Preußen. Er werde hierüber mündlich berichten. - Zum ärmeren u. beßeren theater wünsche ich Glück: dir gelingt manches was ein anderer nicht zustande bringt [...].

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