Brief

Von Johann Friedrich Heinrich Schlosser (Anfang Juli 1811)

S. übersende seine zu Ende Juni abgeschlossene Abrechnung über die Verwaltung von G.s Vermögen sowie ein Dokumentenverzeichnis und den Entwurf für eine Bescheinigung G.s, die S. hinsichtlich seiner Tätigkeiten bei der Vermögensverwaltung entlasten solle. Da in den letzten Jahren vielfach bedeutende Vermögensveränderungen eingetreten seien, habe er mit Beginn des Jahrs 1811 für alle Geschäfte dieser Art, welche sich in meinen Händen befinden, neue Kapitalbücher angelegt und Verzeichnisse über das bei ihm verwahrte dazu gehörige Schriftgut aufgestellt. Ferner folge hier ein Vermögensdeklarationsschein zur Aufbringung des halben Steuersatzes für 1811. S. nehme an, daß G. als Abgabe wieder den vorjährigen Betrag einsetze. Nach Rücksendung der Deklaration werde er sogleich für G. Schätzung u. Contribution für 1811 entrichten. Ungeachtet dieser Ausgabe könne G. schon jetzt über 270 Gulden verfügen. - Zur Rückzahlung des Darlehens der Witwe A. M. Ochs: Der gedachte Plan zur Regelung dieser Angelegenheit lasse sich nicht verwirklichen, da unmündige Kinder Miteigentümer des Hauses seien und die in diesem Falle erforderliche obervormundschaftliche Genehmigung jetzt nur mit Schwierigkeiten zu erhalten sei. S. habe daher den Rückzahlungstermin wieder um über ein Jahr verlängert; erwähnt: Ludwig Nicolovius. - Weitere Anlagen dieses Briefes seien die ihm von Maler C. G. Schütz mitgetheilte Notiz über M. von Loën sowie abschriftlich eine Anzeige zur Subskription auf eine Veröffentlichung der Brüder F. und J. Riepenhausen (Kupferstiche zum Leben Karls des Großen). Sein in diesem Sommer zurückerwarteter Bruder (Christian) habe ihm diese Anzeige zur Unterstützung der mit ihm befreundeten Brüder Riepenhausen geschickt und ihn gebeten, auch G. hierfür zu gewinnen (vgl. IB der JALZ 1811, Nr. 52). - Im Auftrag von G.s Verwandtem, dem Frankfurter Senator Dr. J. W. Textor, empfehle er dessen Bruder Dr. F. K. L. Textor, der in Tübingen als professor iuris extraordinarius lebe, für eine Anstellung in Jena. - P. Cornelius habe sich über die briefliche Anerkennung G.s (bezüglich der Zeichnungen zum "Faust") sehr gefreut. S. nehme hieran selbst herzlichen Antheil. - Er hoffe, bald durch S. Boisserée Gutes über G. und die Seinen zu erfahren. Empfehlungen von S.s Familie. - Versicherung, daß S. alles von ihm nicht mehr Benötigte aus der Verwaltung von G.s Vermögen herrührende Schriftgut zusammenpacken und an G. übersenden werde.

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