Brief

Von Johann Heinrich Meyer (15. Juni 1796)

Glückwunsch zum Ankauf der ehemals J. F. Wacker gehörenden Viktoriastatue. M. habe nur eine Zeichnung von G. Lanfranco erworben. Er benötige noch etwa drei Wochen, um das Rohmaterial seiner Kunststudien in Rom zu vervollständigen. Zu den Gemälden im Palast Lancellotti: Kurze Beschreibung des Gemäldes "Apollo und Silen" von A. Carracci, dessen Kauf M. nicht empfehle, und des Gemäldes "Der verlorene Sohn" von Guercino. Beide besitze G. in Kupfer gestochen. - Über die Art der Verfertigung sowie Bestandtheile der gefärbten Glasmaße die zur Mosaick gebraucht wird, wolle er sich am 16. Juni in der Mosaikfabrik von St. Peter erkundigen. - Die Kopie der "Aldobrandinischen Hochzeit" sei noch nicht abgesandt. An Fontänen habe er noch nichts Geeignetes für Wilhelmsthal gefunden. In einem englischen Garten würde M. gewiß ein Labyrinth anlegen, wie er es im Palast Altieri gesehen habe. - Freude über K. Hornys Fortschritte im Radieren. - Obwohl M. auf die Galerie von Capodimonte und die Vasensammlung von Neapel nicht gern verzichte, müsse er der Kriegsereignisse wegen sein Reiseziel Neapel mit Florenz vertauschen und das dafür notwendige Geld von dem mit ihm gehenden J. K. Escher leihen. Ausführlich über seine Finanzen und die Währungsprobleme. Nachrichten über den augenblicklichen Kriegszustand und Vermutungen über seinen weiteren Verlauf. - Über M. A. A. Zucchi habe M. einen Brief von Herder erhalten.

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