Brief

Von Johann Isaak Gerning (28. Februar 1793)

Gerning hoffe, daß die von ihm abgesandten farbigen Gläser inzwischen bei G. eingetroffen und für dessen optische Versuche geeignet seien. G. s Mutter habe ihn daran erinnert (vgl. RA 1, Nr. 510). Falls G. noch weitere Farbgläser brauche, werde er sie zu beschaffen suchen. Angebot, durch einen Londoner Freund G. Optische Dienste zu leisten. - Gerning selbst erbiete sich, während einer geplanten Reise nach Italien G. jeden Gefallen zu tun und eventuelle Botschaften an Freunde zu übermitteln. Nachfrage nach Kayser und nach dem Erscheinen von G.s Bruchstücken über Italien (vgl. "Fragmente über Italien" in G.s "Italienischer Reise"). - Andeutungen über seine Reise nach England und Frankreich. Über England habe G. F. A. Wendeborn, den er persönlich kennengelernt habe, das beste geschrieben ("Der Zustand des Staates, der Relegion, der Gelehrsamkeit und der Kunst in Großbritanien gegen Ende des 18. Jahrhunderts", Berlin 1784 - 1788). In Paris habe er sich gerade zur Zeit der Hinrichtung Ludwigs XVI. aufgehalten. Bericht über die Lage in Frankfurt am Main. Erwähnung Karl Augusts und des Königs Friedrich Wilhelm II. von Preußen, der keine der guten Frankfurter Schauspielaufführungen versäume. Gegen die französischen freyfranken habe sich Frankfurt mit Ehre und Würde behauptet. - Gerning nehme an, daß Wieland zumindest seit Mirabeaus Tod, ähnlich wie Klopstock, inzwischen von seiner Neufrankenschaft bekehrt sei. - Empfehlungen von Frankfurtern aus G.s Bekanntschaft.

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