Brief
Von August Prinz von Sachsen-Gotha und Altenburg (9. August 1804)
Freude und Dankbarkeit, von G. und auch J. H. Meyer vernommen zu haben, daß G. ihn nach so langem Schweigen, nicht ganz vergessen habe. - Voller Erwartung sehe S. der Neufassung des "Götz von Berlichingen" für die Weimarer Bühne entgegen. Vermuthlich jetzt werde jetzt der Mann, mit der eisernen Faust, um dem Zeitgeschmack zu entsprechen, in Jamben nit einigen Schlußreimen am Ende jedes Auftrittes oder Aufzuges, vielleicht auch mit Chören von mordbrennenden Helden des Bauernkrieges erscheinen. S. wolle mit dieser Bemerkung G. jedoch keinesfalls vorgreifen oder beeinflussen. Scherzhafte Bemerkungen über den einen alt-griechischen und anderen alt-englischen Kothurn, den man sich anschnallen müsse, um dem Neu-Alten oder Alt-Neuen gerecht zu werden. Noeh immer sei es S.s Auffassung; Leben und Leben lassen. - S. freue sich mit allen Gothaer Freunden auf den versprochenen Besuch G.s. In der berühmten Villa Frifria (F. von Franckenberg) habe er G.s Gruß überbracht, der dankbar erwidert werde.
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